Die Identitätskrise in den Adoleszenzromanen „Der Mond isst die Sterne auf“ von Dilek Zaptcioglu und „Scherbenpark“ von Alina Bronsky vor dem Hintergrund von Hybridität und Transkulturalität

Reem El-Ghandour 


Abstract


Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Analyse der Identitätssuche bei der Adoleszenz vor dem Hintergrund der Hybridität und Transkulturalität in der Jugendliteratur mit Migrationshintergrund anhand der Adoleszenzromane „Der Mond isst die Sterne auf“ von Dilek Zaptcioglu (2006) und „Scherbenpark“ von Alina Bronsky (2008). Die beiden Autorinnen gehören zwei verschiedenen Kulturen an und werden wohl kaum über die gleichen Kenntnisse der Heimatkultur verfügen. In den beiden Werken liegt der Fokus insbesondere auf den Einwanderern der zweiten Generation, die in jungen Jahren nach Deutschland emigriert sind und deren Identität und Kulturverständnis durch Migrationshintergrund geprägt sind. Diese Arbeit wird auf der Basis der Hybridität von Homi Bhabha und der Transkulturalität von Wolfgang Welsch durchgeführt. Die beiden Theorien betonen die vielfältigen Verflechtungen zwischen Kulturen. Es soll jedoch nicht nur die Adoleszenzidentität beleuchtet, sondern auch gefragt werden, inwiefern die Identitätskonstruktion von „Adoleszenz“ in Werken mit verschiedenen kulturellen Migrationshintergründen ähnlich oder unterschiedlich ist. Es wird der Überlegung nachgegangen, inwiefern die Migration an sich bei der Identitätsentwicklung eine Rolle spielt. Wie beschreibt sich der Adoleszent selbst bzw. die Anderen und welche Gefühle beherrschen ihn? Kann man von einer stabilen oder einer hybriden Identität sprechen bzw. entwickelt sich die Identität weiter? Kommt es zu einer Hybridisierung der Sprache? Auf ein „Hin-und-her-gerissen-Sein“ zwischen den Kulturen wird näher eingegangen. Gesucht wird in beiden Werken nach dem Auslöser für die Identitätskrise bei der Adoleszenz. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass im Mittelpunkt der beiden Ich-Erzählungen eine Krise steht, die bei den Protagonisten zu einer Infragestellung ihrer bisherigen Lebensführung führt und sie in Richtung Erwachsenwerden bewegt. Die Detailanalyse der beiden Romane hat bestätigt, dass bei den Adoleszenzfiguren auf die Identitätsentwicklung aus zwei verschiedenen Blickrichtungen eingegangen wird. Sie bewegen sich zwischen mehreren Kulturen und bilden sich zunehmend hybride Identitäten aus. Erst am Ende kann jede Figur auf ihre Weise mit der Vergangenheit und mit ihrem transkulturellen Umfeld abschließen und findet deshalb langsam einen Ausgang aus diesem konfliktreichen Zwischenstadium.


Other data

Keywords Identitätskrise; Adoleszenzroman; Hybridität; Transkulturalität
Issue Date Jun-2017
Publisher Kairo Universität
Series/Report no. Band 22;P. 113-136
Conference Kairoer Germanistische Studien. Kongressakten. 
URI http://research.asu.edu.eg/123456789/594


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